Bachelorarbeit <br>malˈfəNG(k)SHən

Digitale Bilder wirken im Alltag stabil und optimiert. Erst im Moment der Störung wird sichtbar, dass sie nicht einfach gegeben sind, sondern aus Prozessen der Übertragung, Berechnung und Kontrolle entstehen.Die Arbeit mal’fəNG(k)SHən untersucht diesen Moment der Instabilität. Glitches werden dabei nicht als Effekt verstanden, sondern als künstlerische Strategie, um verborgene Bildprozesse sichtbar zu machen. Im Fokus steht der Übergang, in dem ein Bild seine Klarheit verliert und zum technischen Signal wird.In der praktischen Umsetzung entsteht ein live arbeitendes Videosystem aus Kameras, Videomixern und Röhrenfernsehern. Bilder werden übertragen, überlagert und gestört, ohne einen stabilen Endzustand zu erreichen. Besucher*innen greifen in diese Prozesse ein, ohne sie vollständig kontrollieren zu können.Die Bilder sind keine fertigen Ergebnisse, sondern Zustände eines laufenden Systems. Störungen erscheinen nicht zufällig, sondern als Resultat von Eingriffen und Überlagerungen. Der Glitch wird so zu einem Werkzeug der Wahrnehmung, das den Fokus vom Bildinhalt auf seine Voraussetzungen lenkt.